Basler Zeitung: «Wir werden lokal immer stark präsent sein»

Interview mit Axel Lehmann, UBS-Chef Schweiz, über Wachstumschancen in einer der reichsten Volkswirtschaften der Welt.

BAZ: Die mobile Bezahllösung Twint hat sich zumindest als Zahlungsmittel nicht etabliert. Glauben Sie an die Überlebenschance von Twint?
Axel Lehmann: Selbstverständlich, sonst würden wir nicht investieren, und die Entwicklung von Twint als Zahlungsmittel ist durchaus positiv. Twint erwartet den millionsten Nutzer noch in diesem Jahr. SIX hat einen Deal mit der französischen Worldline gemacht, also wird das Potenzial auch international gesehen. Auch die Bancomat-Karte hatte ihren Ursprung in der Schweiz.
Die Frage ist, wie sich der Markt entwickelt. Werden mehr Zusatzdienstleistungen integriert, wird Twint immer stärker. Es laufen in dem Zusammenhang eine Reihe von vielversprechenden Projekten.

BAZ: Vor wenigen Wochen startete mit Apple-Pay ein grosser Konkurrent in Deutschland. Ist dies nicht ein Todesstoss für Twint
Axel Lehmann: Ich denke nicht. Schon in der Schweiz konnte sich Apple-Pay nicht wirklich durchsetzen. Bei Apple-Pay ist nur eine Kreditkarte hinterlegt. Die Gebühren sind sehr hoch, vor allem im Ausland. Vielleicht kommt eines Tages WeChat aus China. Letztlich ist es ein Wettbewerb. Als Schweizer finde ich es auf jeden Fall beeindruckend, dass man hierzulande eine gemeinsame Lösung gefunden hat. Als einzelner Anbieter ist das Projekt nicht erfolgversprechend zu lancieren, aber mit der kritischen Masse von beteiligten Banken, Technologiefirmen, Detailhändlern und Zusatzdienstleistungen, ja. Wenn wir ein lokales System schaffen, dann ist es sehr schwierig, dies zu übertrumpfen, weil es den Bedürfnissen der Schweizer entspricht.

Artikel vom 18. Juli 2018

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